Exsikkatoren, Zubehör
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Ein Exsikkator hält Proben, Reagenzien und Laborgeräte in einer Atmosphäre mit geringer Luftfeuchtigkeit. Hygroskopische Stoffe wie Natriumhydroxid, Phosphorpentoxid oder wasserfreie Salze bleiben darin frei von Kristallwasser. Geglühte Tiegel kühlen darin ab, ohne Feuchtigkeit aus der Raumluft anzulagern. Wer gravimetrisch arbeitet, braucht den Behälter für jede Wägung nach dem Trocknen oder Veraschen.

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Aufbau und Funktion

Der klassische Exsikkator besteht aus einem dickwandigen Glasgefäß mit Planschliff und einem aufgesetzten Deckel, dessen Schliff eine dünne Schicht Schlifffett abdichtet. Im unteren Teil liegt das Trockenmittel und darüber eine gelochte Platte aus Porzellan oder Polypropylen, die Schalen, Tiegel und Wägegläser trägt. Kunststoffausführungen aus Polycarbonat wiegen weniger und überstehen Stürze, während Glas Lösungsmitteldämpfen und Säuren standhält und den Zustand des Indikatorgels auf einen Blick zeigt. Vakuum-Exsikkatoren besitzen im Deckel oder im Unterteil einen Hahn, über den eine Membranpumpe den Innenraum evakuiert. Passende Vakuumtechnik senkt den Druck auf wenige Millibar und beschleunigt die Trocknung, da Wasser bei niedrigem Druck schneller verdampft.

Exsikkatorschränke aus Acrylglas oder Polycarbonat mit Aluminiumrahmen übertragen das Prinzip auf ganze Regale. Auf verstellbaren Zwischenböden lagern Referenzproben, Bauteile oder Gewichtssätze bei 20 bis 30 Prozent relativer Feuchte, während ein Hygrometer in der Tür den Wert anzeigt. Modelle mit automatischer Entfeuchtung halten die Feuchte ohne Nachfüllen konstant, auch wenn die Tür oft aufgeht.

Trockenmittel im Vergleich

Silicagel mit Feuchteindikator ist der Standard: Orangegel färbt sich bei Sättigung grün und lässt sich bei etwa 120 °C im Trockenschrank regenerieren. Calciumchlorid nimmt mehr Wasser auf, zerfließt dabei aber und eignet sich nur für einfache Lageraufgaben. Phosphorpentoxid erreicht die niedrigste Restfeuchte und kommt zum Einsatz, wenn Substanzen wasserfrei bleiben müssen. Molekularsiebe trocknen vor allem Lösungsmittel und Gase und spielen im Exsikkator eine Nebenrolle. Sobald der Indikator umschlägt, tauschen oder regenerieren Sie das Trockenmittel.

Einsatzbereiche

In der Gravimetrie kühlen Tiegel und Wägegläser nach dem Glühen im Muffelofen oder dem Trocknen in Öfen und Trockenschränken im Exsikkator ab. Warme Gefäße würden auf der Waage Luft verdrängen und Feuchtigkeit anziehen, was das Gewicht verfälscht. Chemische Labore lagern darin hygroskopische Reagenzien, Titriersubstanzen und Standards. Pharmazeutische Betriebe schützen so Wirkstoffe und Tabletten vor Feuchtigkeit. Materialprüfer konditionieren Prüfkörper darin, und Elektronikfertiger bewahren Bauteile und Platinen vor Korrosion. Probengefäße mit Pulvern oder Salzen bleiben im Exsikkator bis zur Analyse rieselfähig.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Nenndurchmesser von 100 bis 300 mm bestimmen den Platz auf der Einsatzplatte. Eine Reihe Tiegel kommt mit 200 mm aus, während Petrischalenstapel oder Kolben eher 250 bis 300 mm brauchen. Bei Glasmodellen lohnt der Blick auf die Deckelform, weil ein Knopfdeckel gut in der Hand liegt und ein Deckel mit Hahn zusätzlich Belüften und Evakuieren erlaubt. Vakuumausführungen aus Glas brauchen einen Implosionsschutz aus Kunststoff, den Modelle aus Polycarbonat nicht benötigen. Ersatzteile wie Einsatzplatten, Deckel, Hähne und Gelkartuschen sollten einzeln nachbestellbar sein, denn Schliffe und Platten sind Verschleißteile.

Richtig öffnen, pflegen und regenerieren

Den Deckel schieben Sie seitlich vom Schliff ab, damit sich das Fett ohne Kraftaufwand löst und der Rand heil bleibt. Vor dem Öffnen eines Vakuum-Exsikkators belüften Sie langsam über den Hahn, weil zu schnell einströmende Luft sonst Pulverproben aufwirbelt. Schliffflächen reinigen Sie mit Ethanol vom alten Fett und ziehen eine dünne Schicht Silikon- oder Vaselinefett neu auf. Einen Exsikkator, der wochenlang geschlossen stand, öffnen Sie erst nach einem Blick auf den Indikator, da gesättigtes Gel keine Schutzwirkung mehr hat. Zur Reinigung genügen warmes Wasser und mildes Spülmittel. Alle Teile trocknen danach vollständig, bevor frisches Trockenmittel hineinkommt.

Exsikkatoren und Zubehör bei Reiss Laborbedarf

Zum Sortiment gehören DURAN-Exsikkatoren mit Knopfdeckel oder Hahn, Exsikkator-Platten aus Hartporzellan und Polypropylen, DURAN-Zubehör sowie SICCO-Exsikkatorschränke von Bohlender vom Mini-Modell bis zum Maxi-Schrank. Rufen Sie an, wenn Sie nicht sicher sind, welche Größe zu Ihren Tiegeln und Gefäßen passt.

FAQ

Wofür braucht man einen Exsikkator?

Er dient dem trockenen Lagern hygroskopischer Stoffe und dem Abkühlen geglühter oder getrockneter Gefäße vor dem Wiegen. Beides verhindert, dass die Probe Wasser aus der Raumluft aufnimmt und das Ergebnis verfälscht.

Welches Trockenmittel gehört in den Exsikkator?

Für die meisten Aufgaben Silicagel mit Farbindikator, weil es sich regenerieren lässt und den Sättigungsgrad anzeigt. Nur wenn wasserfreie Bedingungen Pflicht sind, greifen Sie zu Phosphorpentoxid. Einfache Lageraufgaben ohne hohe Ansprüche deckt Calciumchlorid ab.

Worin unterscheidet sich ein Vakuum-Exsikkator vom normalen Exsikkator?

Am Hahn zum Anschluss einer Pumpe erkennen Sie die Vakuumausführung. Unter Vakuum verdampft Restwasser aus der Probe wesentlich schneller, was die Trocknung von Stunden auf Minuten verkürzen kann.

Wann ist das Trockenmittel verbraucht?

Wenn der Indikator die Farbe wechselt, bei Orangegel von Orange zu Grün. Regeneriertes Gel nimmt wieder Wasser auf, verliert aber über viele Zyklen an Kapazität, bis nur noch der Austausch hilft.

Wie reinigt man einen Exsikkator richtig?

Mit warmem Wasser und Spülmittel. Die Schliffe befreien Sie zusätzlich mit Ethanol vom alten Fett. Nach dem Trocknen den Schliff dünn neu fetten und frisches Trockenmittel einfüllen.

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